4. Lüneburger Museumsnacht

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4. Lüneburger Museumsnacht

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Die 4. lange Nacht der Museen in Lüneburg
...Objekte, Aktionen, Gaumenfreuden… ...

Der Arbeitskreis "Lüneburger Museumsnacht", bestehend aus Vertretern der sieben beteiligten Lüneburger Museen und Axel Schlemann, Initiator der Lüneburger Museumsnächte, hielt nicht nur was er versprochen hat. Die lange Nacht der Museen in Lüneburg übertraf am Samstag, 24 Mai weit über 24 Uhr hinaus, die Erwartungen der Besucher. Schon zum vierten Mal begaben sich die Museumsnachtbesucher in Lüneburg auf Zeitreise und brachen dieses Jahr den bisherigen Besucherrekord.
Hellauf begeistert drängten sich über 6000 Besucher in die sieben Häuser und genossen den gelungenen Abend.
Das besondere an diesem kulturellen Highlight ist wohl zum einen das umfangreiche, vielfältige Angebot für jedes Alter und zum anderen sind es die hochmotivierten "Macher", die durch ihr intensives Engagement die Besucher in die Welt der Geschichte und Geschichten entführten:
Musikalisch ging es im Historischen Rathaus Lüneburg zu. Im Fürstensaal präsentierte das Trio con Spinetta alte Meister und Instrumente und begleitete die ganz besondere Uraufführung "Modetänze des Rokoko": Mitglieder des Höfischen Tanzkreises präsentierten unter der Leitung von May Pause in Originalkostümen Tanzweisen des Rokoko nach Vorlagen des ehemaligen Lüneburger Stadtmusicus Friedrich-Wilhelm Pannenberg und zeigten uns, wie am Hofe getanzt wurde.
Modetänze des Rokoko Modetänze des Rokoko Das Originalexemplar des Tanzbuches aus dem 18. Jahrhundert, schlummerte über 200 Jahre in Archiven und der Lüneburger Ratsbücherei. Dieses Vermächtnis wurde ausgegraben:

Das Büchlein mit dem Titel "Dreißig Englische Tänze" diente als Vorlage für den Höfischen Tanzkreis. Die Vorführung bot aber nicht nur etwas für die Augen und Ohren. Wir erfuhren auch Wissenswertes über Geflogenheiten zur Zeit der französischen Revolution in Lüneburg.

A-cappella-Gesang rundete das musikalische Programm im Rathaus ab: Die Madrigal Minstrel Four konnten trotz krankheitsbedingter Unterbesetzung die Besucher begeistern.

Die drei Sänger entführen das Publikum in ihren handgeschneiderten Originalkostümen in die Atmosphäre der Renaissance und geleiten es bis in die Neuzeit.

Madrigale sind mehrstimmige volkstümliche A-cappella-Lieder, die von irdischen Themen beherrscht werden. Sie handeln von "Weib, Wein und....".

A-capella-Gesang im Rathaus Lüneburg A-capella-Gesang im Rathaus Lüneburg
Tanz und Schmaus im ganzen Haus erlebten die Besucher im Ostpreußischen Landesmuseum. Ganz besondere kulinarische Genüsse boten die Lüneburger Landfrauen an: Königsberger Fleck, Schmandglumse und andere ostpreußische Spezialitäten. Diese Köstlichkeiten wurden nicht nur aufgedeckt, sondern auch über die Zubereitung gefachsimpelt.
Folklore-Ensemble
Folklore-Ensemble "Kaszuby" aus Kartuzy/Karthaus in Polen
Die Attraktion des Hauses war aber das Folklore-Ensemble "Kaszuby" aus Kartuzy/Karthaus in Polen.
Ihr Repertoire umfasst hauptsächlich kaschubische Folklore. Die Kaschuben leben als offiziell anerkannte Minderheit mit eigener Sprache und Kultur im Norden Polens, westlich von Danzig und haben über die Jahrhunderte ihre Eigenständigkeit zwischen Deutschen und Polen bewahrt.
Unter dem Motto "Augen auf und mitgemacht" tummelten sich Kinder im 2. Obergeschoss und malten und bastelten mit ihren Eltern um die Wette.
Die etwas älteren Kinder interessierten sich mehr für die Salzexperimente im Deutschen Salzmuseum. Zum Zusehen und Mitmachen drehte sich mit Rainer Bostelmann alles rund um das Thema "Wasser und Salz". Aha-Effekte lösten "das schwebende Ei" aus und auch Fragen wie "was ist schwerer - Salz- oder Süßwasser?" wurden geklärt.
Besonders wissbegierig zeigten sich die Besucher beim nächtlichen Salzsieden. "Wo kam das Holz her? Wie lange wurde gesiedet? Wissenswertes wurde nicht nur beantwortet, sondern darüber hinaus erfuhren wir auch etwas über den Großbetrieb "Saline" im mittelalterlichen Lüneburg und über das "weiße Gold" mit dem im Mittelalter bezahlt und getauscht wurde und Lüneburg zu einer reichen Stadt machte. Die große Salzstreuerausstellung und die Ausstellung "Feuer in der Stadt" rundeten das Programm im Salzmuseum ab.
Salzexperimente im Salzmuseum
 
Lebende Nachtgreife
Lebende Nachtgreife
Am aufregendsten fanden es viele Kinder im Naturmuseum, welches das umfangreichste Programm für die Jüngeren anbot. Eine Schatzsuche mit echten Schätzen wie Mineralien und Fossilien, die auch mitgenommen werden durften, Gewinn,- Bastel- und Suchspiele, spannende Tiergeschichten und das Mineralienkabinett sind nur einige Punkte, die die Kinder begeisterten.

Auch die älteren Naturfreunde kamen auf ihre Kosten. Die Besucher erlebten eine lebende Nachtgreife, "echte Marder und Iltisse", präsentiert von Mitarbeitern des Otterzentrums Hankensbüttel, eine Fledermaus-Nachtexkursion und viel Interessantes über heimische Tiere.

Vom Naturmuseum ist es nicht weit bis zum Brauereimuseum, wo man im Biergarten bei Live-Musik Bier frisch vom Fass genießen konnte.

Viele Museumsnachtbesucher machten sich zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Kutschen Shuttle-Service auf den Weg, um das etwas außerhalb gelegenen Klosters Lüne/Teppichmuseum zu besuchen. "Kloster im Licht" war das Highlight ab Einbruch der Dunkelheit:
Eingehüllt in farbiges Licht ließ Wolfgang Graemer ein ganz anderes, fast schon mystisches Kloster ins Leben treten. Durch Höfe und Gärten wandelnd umfloss uns eine einmalige Atmosphäre. Auch im Inneren des Klosters umhüllte die Museumsnachtgäste besonderes Licht. Durch die Klostergänge gelangte man zur Klosterkirche, in der die Gäste Gregorianischen Gesängen, einstudiert von Tobias Gravenhorst, lauschten, die nicht zuletzt durch das Gesamtarrangement Gänsehaut verliehen.

Bis zwei Uhr morgens wurden noch Nachtwandler rund um das Kloster Lüne beobachtet…

Das Kloster Lüne ist von mystischem Licht umhüllt
Das Kloster Lüne ist von mystischem Licht umhüllt
Ein ganz besonderes Arrangement wurde auch im Museum für das Fürstentum Lüneburg geboten: Das ganz besondere Flair der 50er Jahre - vorgestellt mit einer Modenschau, Musik, Tanz und vielen Accessoires ... unter der Leitung von Frau Rotraut Kahle, moderiert von Dr. Eckhard Michael und umgesetzt von ca. 100 Mitwirkenden.

"Vom New Look zum Petticoat" - unter diesem Titel erfuhren die Gäste aus verschiedensten Blickwinkeln Aspekte der 50er Jahre.

Die gelungene Performance mit vielen Models, Bildprojektionen und Musik, verband geschichtliche Hintergründe, gesellschaftsanalytische Aspekte und modische Details der 50er Jahre. Kleider schreiben Geschichte… - Von der Trümmerfrau bis hin zur modebewussten Frau Ende der 50er Jahre.
Thematisiert wurde u.a. die Modernisierung und Veränderung von Kleidern in den Nachkriegsjahren, die Entstehung von kommerziellen Mode-Imperien bis hin zu sich verändernden Traditionen. Vorgeführt wurde Alltagskleidung, Anlasskleidung. Freizeitkleidung, Hutmode und Konfirmationsmodelle. Was trugen die Teenager zur Tanzstunde? Wie wirkte sich der Einzug des Rock'N'Roll auf die Mode aus?
Etwas noch nie Dagewesenes entstand: Eine Jugendbewegung, die sich von ihren materialistischen Eltern abwandten und sich nicht zuletzt über Kleidung definierte…

Das Team rund um Frau Kahle hat eine großartige Leistung vollbracht. Ein halbes Jahr lang haben die umfangreichen Vorarbeiten gedauert. Das 100-köpfige, hauptsächlich ehrenamtliche Team, hat durch hervorragende Zusammenarbeit und Überzeugung eine ausgezeichnete Leistung vollbracht. Die einstündige Vorstellung wurde vier Mal an diesem Abend aufgeführt.

Rotraut Kahle konzipierte die Modenschau der 50er Jahre
Rotraut Kahle konzipierte die Modenschau der 50er Jahre
Die Lüneburger Museumsnacht hat Geschichte erlebbar und fassbar gemacht. Auch in den vielen Sonderführungen erfuhr man Wissenswertes, Interessantes und nie Geahntes über Begebenheiten, Objekte...und ihre spannenden Geschichten in allen Museen.

Sicherlich lohnt sich ein Museumsbesuch auch außerhalb der Museumsnacht, denn eins ist sicher: Es gibt noch viele interessante Geschichten und Details in den Lüneburger Museen zu entdecken…



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